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Rot-Grün verschärft Unterrichtsausfall

Kultusministerium schreibt zu wenige Lehrerstellen aus - Ausgebildete Gymnasiallehrer bleiben ohne Einstellung - Gymnasiallehrer leisten Tausende von Überstunden

Die rot-grüne Landesregierung will offensichtlich den bereits jetzt schon beängstigenden Unterrichtsausfall an den niedersächsischen Schulen zum 1.2.2018 und darüber hinaus weiter verschärfen. Zu diesem Schluss muss man angesichts der viel zu geringen Zahl an Stellen für neue Lehrer kommen, die das Kultusministerium jetzt zum nächsten Einstellungstermin am 1.2.21018 bekannt gegeben hat.

„Es ist ein Skandal sondergleichen, dass Rot-Grün trotz des hohen Unterrichtsausfalls noch weniger Lehrerstellen auszuschreiben gedenkt als in den vergangenen Jahren – und das, obwohl jetzt genügend Lehrkräfte zur Verfügung stehen," kommentierte der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen Horst Audritz dieses Verhalten von Kultusministerin Heiligenstadt.

So sollen nach dem Willen von Rot-Grün die Gymnasien zum 1.2.2018 nur 175 Stellen erhalten, obwohl zu diesem Zeitpunkt etwa 650 Referendare in Niedersachsen ihre Ausbildung beenden. „Es ist doch unfassbar, dass für unsere Schüler weiterhin Unterricht ausfällt und gleichzeitig qualifizierte Gymnasiallehrer arbeitslos auf der Straße stehen", so Audritz empört. Aufgrund der fehlenden Einstellungsmöglichkeiten in Niedersachsen würden diese Lehrkräfte in andere Bundesländer abwandern und ständen dann auch später nicht mehr zur Verfügung.

Erschwerend komme hinzu, dass Rot-Grün an den derzeitigen Abordnungen von mehr als 1.000 Gymnasiallehrern an Grundschulen und andere Schulformen nicht nur festhalten, sondern sie sogar noch weiter ausbauen wolle, was in den Schulen für erheblichen Unmut und Empörung sorge. So hätten Gymnasialschulleiter direkt vor den Herbstferien Direktiven ihrer Schulbehörden erhalten, weitere Abordnungen vorzubereiten.

Dies stehe im krassen Widerspruch zu Aussagen der Ministerin, dass sich die geringe Bewerberzahl für Grundschulen zu Beginn dieses Schuljahres dadurch erkläre, dass die Ausbildungszeit für Grundschullehrer verlängert worden sei; im Jahr 2018 würden wieder ausreichend Lehrkräfte ihre Ausbildung abschließen. „Wenn doch 2018 nach Aussage der Ministerin wieder genügend Lehrkräfte für diesen Bereich zur Verfügung stehen, ist nicht nachvollziehbar, warum jetzt nur 625 Stellen – erheblich weniger als in den letzten Jahren - ausgeschrieben und stattdessen weitere Gymnasiallehrer an Grundschulen abgeordnet werden sollen", kritisierte Audritz. Man habe fast den Eindruck, als wolle Heiligenstadt damit den Einheitslehrer schaffen.

Audritz betonte, dass auch die Schüler der Gymnasien Anspruch auf eine gute Unterrichtsversorgung hätten. Er forderte die Ministerin auf, endlich verantwortungsvoll zu handeln, statt durch viel zu geringe Einstellungszahlen und weitere fadenscheinige Abordnungen den Unterrichtsausfall an den Gymnasien zu Lasten der Bildung unserer Schüler noch weiter zu verschärfen. An vielen Gymnasien könne schon jetzt der Unterricht nur deshalb noch halbwegs erteilt werden, weil die Gymnasiallehrer Tausende von Überstunden leisten würden – ein unhaltbarer Zustand, vor dem Rot-Grün bewusst die Augen verschließe. „So kann es doch nicht weitergehen", unterstrich Audritz abschließend.

Hannover, 9.10.2017

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