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Philologenverband empört über Verweigerung der Anhörung von Lehrerorganisationen zum "Gesamtschulgesetz"

Anhörungspraxis entwickelt sich immer mehr zur skandalösen Groteske
Sachverstand der Lehrkräfte nicht erwünscht?
Entscheidung noch korrigierbar

Die Politik der rot-grünen Landesregierung hinsichtlich der Anhörung der Betroffenen zu dem Entwurf eines neuen „Gesamtschulgesetzes“ entwickele sich immer mehr zu einer skandalösen Groteske, kritisierte der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz. Nachdem zunächst überhaupt keine mündliche Anhörung zu dem die niedersächsische Schullandschaft tiefgreifend verändernden Gesetzesvorhaben stattfinden sollte, habe Rot-Grün nach heftigen Protesten zunächst diese sonst generell übliche Anhörung auf die kommunalen Spitzenverbände beschränkt. Jetzt sollen nach weiteren Protesten auch der Landeselternrat und Landesschülerrat angehört werden. Den Lehrerorganisationen will man aber weiter die mündliche Anhörung verweigern.

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Es sei ein ebenso einmaliger wie empörender Vorgang, bei einem so grundlegenden schulpolitischen Gesetz den Sachverstand der Lehrkräfte auszuschließen und sie damit zu einer Gruppe von untergeordneter Bedeutung für die Schulentwicklung abzustempeln, betonte Audritz. Die wiederholten Versprechungen von Rot-Grün, wesentliche Veränderungen im Bildungswesen nicht ohne eine breit angelegte vorherige Diskussion durchzuführen, seien damit schon nach kurzer Zeit auf eklatante Weise gebrochen worden. Kritischer Sachverstand sei offenbar nicht erwünscht. Dies sei ein klarer Vertrauensbruch, der die Glaubwürdigkeit der Landesregierung schwer beschädige.

Noch sei es nicht zu spät, sich zu korrigieren und die Lehrerorganisationen mit ihrem Sachverstand in der parlamentarischen Anhörung ebenfalls zu Wort kommen zu lassen, unterstrich Audritz.



Hannover, 17.04.2013