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Schuljahresstart am Gymnasium: Befürchteter Unterrichtsausfall abgewendet

Neue Stellen für junge Lehrer dank erfolgreicher Klage des Philologenverbandes
Philologenverband begrüßt Neustart der neunjährigen Schulzeit am Gymnasium
Philologenverband fordert Gesamtkonzept für Flüchtlingskinder


Nach Einschätzung des Philologenverbandes Niedersachsen werde die Unterrichtsversorgung an den Gymnasien zu Schuljahresbeginn zwar angespannt sein, der befürchtete spürbare Ausfall von Pflichtunterricht habe aber abgewendet werden können. Anlass zur „Panikmache“ bestehe daher nicht, stellte der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Horst Audritz, in einer Erklärung zum Beginn des neuen Schuljahres fest.

Zunächst sei zwar ein Stundenausfall in großem Umfang zu befürchten gewesen, da nach der Annullierung der Pflichtstundenerhöhung für Gymnasiallehrer durch das OVG Lüneburg im Juni an den Gymnasien ein rechnerisches Fehl von 740 Lehrerstellen entstanden sei. Das Land habe jedoch, so Audritz, in einem Kraftakt zügig die erforderlichen Lehrerstellen zur Verfügung gestellt und über 500 Stellen ausgeschrieben, die inzwischen zum größten Teil hätten besetzt werden können. Weitere Unterrichtsstunden im Gegenwert von schätzungsweise 150 bis 200 Lehrerstellen würden auch durch den Verzicht von Teilzeitlehrkräften auf Kürzung ihres Stundenumfangs sowie durch freiwillige Mehrarbeit von Lehrkräften gewonnen.

Insgesamt sei, so Audritz, mit dem von Lehrerorganisationen und Kultusministerium gemeinsam getragenen Maßnahmenbündel alles Erdenkliche getan worden, um unter den gegebenen äußerst schwierigen Umständen und unter Berücksichtigung der Bewerberlage das Bestmögliche zu erreichen. Die Situation werde sich weiter entspannen, wenn im Januar 2016 ein neuer Jahrgang junger Lehrer die Ausbildung abgeschlossen habe und für Einstellungen zur Verfügung stehe.

Schon jetzt hätten durch die erfolgreiche Klage des Philologenverbandes viele qualifizierte Nachwuchspädagogen eine Berufschance erhalten, die sonst vor dem beruflichen Aus gestanden hätten, unterstrich Audritz. Denn ohne das Urteil des OVG Lüneburg wären die 740 Lehrerstellen für Gymnasiallehrer verloren gewesen und damit die Einstellungschancen für junge Lehrer dauerhaft erheblich vermindert worden.

Das neue Schuljahr bedeute auch den Start in die wieder eingeführte neunjährige Schulzeit an Gymnasien zunächst für die Klassen 5 bis 8, die Audritz ausdrücklich begrüßte. Damit werde die Chance für ein vertieftes, gründlicheres Lernen geschaffen, die allerdings auch durch entsprechende Rahmenbedingungen für Schule nutzbar gemacht werden müsse. Audritz kündigte an, dass der Philologenverband bald eine neue Initiative zum Abbau bürokratischer und wenig sinnvoller Aufgaben an den Schulen starten werde.

Als besondere und neue Herausforderung im beginnenden Schuljahr bezeichnete Audritz die schnelle Integration der stark zunehmenden Zahl von Flüchtlingskindern, die zudem kaum Deutsch sprächen. Zwar gebe es an manchen Gymnasien bereits Sprachlernklassen und konkrete Integrationskonzepte, aber dies sei der Eigeninitiative der einzelnen Gymnasien zu verdanken. Angesichts der großen Zahl der Flüchtlingskinder sei dagegen ein umfassendes Gesamtkonzept erforderlich, das vom Land auch mit den notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet werden müsse.

Hannover, 01.09.2015


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