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Missglücktes Mathe-Abitur: Philologenverband kritisiert „katastrophales Krisenmanagement“ von Ministerin Heiligenstadt

Bisher keine verbindlichen Aussagen vom Kultusministerium - Lehrkräfte unter Zeitdruck, Schüler unter Stress

Als „skandalös“ hat der Philologenverband Niedersachsen die anhaltende Untätigkeit des Kultusministeriums im Hinblick auf die Bewertung der verfehlten Abituraufgaben in Mathematik kritisiert. „Das Krisenmanagement von Ministerin Heiligenstadt in dieser für viele Schüler, Lehrkräfte und Eltern sehr wichtigen Frage ist schlicht katastrophal", betonte der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Horst Audritz.

Angesichts der zahlreichen begründeten Beschwerden habe der Philologenverband die Kultusministerin mit Schreiben vom 11. Mai gebeten, „umgehend Maßnahmen zu ergreifen, damit den diesjährigen Abiturienten keine besonderen Benachteiligungen entstehen". Bisher sei das Ministerium aber abgesehen von vagen Absichtserklärungen untätig geblieben, kritisierte Audritz.

Offenbar könne Heiligenstadt nicht den enormen Zeitdruck nachvollziehen, unter dem die Fachprüfungsausschüsse und Prüfungskommissionen in den Schulen stünden, da Gutachten und Noten in etwa 14 Tagen feststehen müssten, die Maßstäbe aber bislang unklar seien. Ebenso ignoriere die Ministerin offensichtlich den aus der Ungewissheit resultierenden Stress, unter dem die betroffenen Schüler stünden, so Audritz. Auch die Abiturienten, die den Nachschreibtermin am Freitag, 20.5. nutzen müssten, stünden unter starkem Druck, da für die Nachschreibklausur ganz ähnlich missglückte Aufgaben zu erwarten seien wie sie die bereits geschriebenen Klausuren aufgewiesen hätten.

Ziel müsse es sein, dass die vom Kultusministerium zu verantwortende verfehlte Aufgabenstellung nicht zu Lasten der Schüler gehe und den Lehrkräften endlich klare Maßstäbe für die Leistungsbeurteilung gegeben würden, unterstrich Audritz. Die Ministerin müsse jetzt endlich tätig werden.

Hannover, 18.05.2016

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