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Wissenschaftliche Untersuchung bestätigt extrem hohe Arbeitsbelastungen der Gymnasiallehrer

Philologenverband fordert umgehende Senkung der Arbeitszeit

Land darf sich nicht länger aus der Verantwortung stehlen

Die heute von Wissenschaftlern der Universität Göttingen vorgelegten Ergebnisse einer Untersuchung der Arbeitszeit der niedersächsischen Lehrkräfte haben einmal mehr sehr eindrucksvoll bestätigt, dass die niedersächsischen Lehrkräfte im Jahresdurchschnitt länger arbeiten als die anderen niedersächsischen Beamten. Dabei haben die Gymnasiallehrer die weitaus höchste Arbeitszeit.

Nach Auffassung des Vorsitzenden des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz, überraschen diese Ergebnisse jedoch keineswegs, denn bereits frühere wissenschaftliche Arbeitszeituntersuchungen wie auch eigene Untersuchungen, die der Philologenverband bereits 2010 an den Gymnasien durchgeführt hatte, waren zu den gleichen Ergebnissen gekommen.

Auch die jetzt festgestellte besonders hohe Belastung der Gymnasiallehrer durch wöchentliche Arbeitszeiten von teilweise über 48 Stunden sowie regelmäßig hohe Arbeitszeiten an Samstagen und Sonntagen hatte der Philologenverband schon in seiner Untersuchung 2010 nachgewiesen. Durch diesen „Dauerstress" fehlten den Gymnasiallehrkräften aber die erforderlichen Ruhe- und Erholungsphasen, was zunehmend zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führe.

Die Göttinger Untersuchung beweise mit ihren Ergebnissen insgesamt die großen Belastungen der Lehrkräfte und die ständige Überforderungen, unter denen Lehrkräfte ihren beruflichen Aufgaben nachgehen müssten.

Audritz forderte die Landesregierung auf, endlich aus all diesen Untersuchungen und dem Urteil des OVG Lüneburg zur Arbeitszeit der Gymnasiallehrkräfte vom Juni 2015 die längst überfälligen Konsequenzen zu ziehen und die Arbeitszeit der Lehrkräfte umgehend zu senken und damit an die verbindlichen Vorgaben des niedersächsischen Beamtengesetzes anzugleichen. Es sei nicht hinnehmbar, wenn die Landesregierung weiterhin versuchen sollte, auf Zeit zu spielen und sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen.

Hannover, 1. August 2016

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