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50 Stunden und mehr in der Woche

Was Gymnasiallehrer wirklich leisten
Erhebung des Philologenverbandes und Flyer für die Öffentlichkeit


Die Erhöhung der Arbeitszeit der Gymnasiallehrer führt weiterhin zu Recht zu heftigen landesweiten Protesten und Aktionen, und ein Ende ist nicht abzusehen. So machten in Göttingen Mitte Oktober Schulpersonalräte unter Beteiligung des Philologenverbandes im Zentrum der Stadt auf die ständig gestiegenen Belastungen der Lehrkräfte aufmerksam.

Auf großen Plakaten belegte der Philologenverband mit einer von ihm bereits 2010 durchgeführten Arbeitszeiterhebung, wie stark Lehrkräfte an Gymnasien wirklich belastet sind. Die wöchentliche Arbeitszeit während der Unterrichtswochen betrug durchschnittlich 54,2 Stunden - unter Berücksichtigung der Ferienzeiten entspricht dieses Ergebnis 47,8 Stunden im Jahresdurchschnitt, also weit mehr als die für Beamte geltende 40-Stunden-Woche. Die von uns erhobenen Zahlen decken sich im Grundsatz mit den Ergebnissen zahlreicher anderer wissenschaftlicher Untersuchungen und belegen, in welchem Ausmaß das Land seine Fürsorgepflicht verletzt.

Fehlende Erholungsphasen selbst am Wochenende
Doch unsere Erhebung brachte noch andere Ergebnisse – von gleicher Brisanz und von Beweiskraft. Sie zeigte erstmals, wie hoch die Arbeitszeit der Gymnasiallehrkräfte an den einzelnen Wochentagen einer Unterrichtswoche ist: Es gibt für Gymnasiallehrkräfte keinen einzigen Tag in der Woche, an dem sie nicht in großem Umfang mit beruflichen Aufgaben befasst sind – einschließlich der Wochenenden, an denen vor allem die umfangreichen Korrekturen zu erledigen sind. Dieser Dauerstress „rund um die Uhr“ und die fehlenden Erholungsphasen stellen eine nicht zu unterschätzende gesundheitliche Gefährdung dar.

Rot-Grün verweigert erneut Arbeitszeituntersuchung
Doch die politisch Verantwortlichen wollen diese viel zu hohe Arbeitsbelastung nicht wahrhaben – denn sie wären ja gezwungen zu handeln. So haben SPD und Grüne im Landtag am 23. Oktober erneut einen FDP-Antrag, eine empirisch-wissenschaftliche Untersuchung der Lehrerarbeitszeit durchzuführen, mit ihrer Einstimmenmehrheit abgeschmettert. Die Begründungen dafür waren alles andere als überzeugend. Wenn etwa der Grünen-Abgeordnete Scholing sagte, man wisse schon jetzt, dass die Lehrer hoch belastet seien, stellt sich automatisch die Frage, warum Rot-Grün dann die Lehrerarbeitszeit noch weiter erhöht hat. Auch die Mogelpackung „Lehrerentlastungspaket“ wurde wieder aufgetischt. Der Abgeordnete Försterling (FDP) brachte es auf den Punkt: „Sie haben einfach Angst vor der Wahrheit.“

Flyer und Roll-ups zur Information der Öffentlichkeit
Zur Information der Öffentlichkeit haben wir einen Flyer erstellt, in dem wir die wichtigsten Ergebnisse unserer Erhebung erläutert haben und belegen, dass Gymnasiallehrer weit über 40 Stunden in der Woche arbeiten und zu Recht gegen die Arbeitszeiterhöhung protestieren. Für Veranstaltungen sind die Ergebnisse auch auf 2 Roll-ups dargestellt, die schon bei vielen Aktionen landesweit verwendet worden sind.

Weitere Informationen zu der Arbeitszeituntersuchung des PhVN sind in der Novemberausgabe von "Gymnasium in Niedersachsen" dargestellt.