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Statement des PHVN zu Unterrichtsversorgung und Einstellungsperspektiven

Zu den aktuellen Aussagen des Minister über die Perspektiven zukünftiger Gymnasiallehrer sowie den aktuellen Prognose-Daten für die Unterrichtsversorgung an allgemein bildenden Schulen, die das Kultusministerium in der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion herausgegeben hat, äußert sich der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, wie folgt:

„Die vorliegenden umfassenden Daten und die anwenderfreundliche Kartendarstellung bestätigen einmal mehr das, was wir seit Jahren vortragen. Die Unterrichtsversorgung ist bei weitem nicht so rosig, wie vom Kultusminister vorgegeben. Noch immer gibt es keine aussagekräftige Statistik, die alle tatsächlichen Bedarfe nach Schulform ausweist. Für die Erfüllung des Pflichtunterrichts benötigen unsere Gymnasien eine Versorgung von mindestens 110 Prozent, damit kein Unterricht ausfällt. Der Minister spielt bewusst mit der Erwartung in der Bevölkerung, dass 100 Prozent eine volle Deckung von Unterricht an den Gymnasien bedeuten. Für unsere Lehrerinnen und Lehrer an den entsprechenden Schulen, die darüber hinaus seit Jahren mit Abordnungsszenarien weit über die Grenzen einer funktionierenden Schulgemeinschaft hinaus konfrontiert sind, ist dies jedes Mal wieder eine nicht nachzuvollziehende und nicht hinnehmbare Falschdarstellung.

Wir benötigen perspektivisch einen Einstellungskorridor in allen Fächern, damit ein Lehrermangel, wie derzeit zu beobachten, erst gar nicht entsteht. Es ist eher als Demotivationskampagne zu bezeichnen, wenn der Minister nahezu im selben Satz mit der Klage darüber, dass es zu wenig Lehrer auf dem Markt gebe, erklärt, die Lehramtsstudenten für das Gymnasium würden es in Zukunft schwer haben, eine Stelle zu finden.

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Herr Minister, Lehrkraft ist nicht gleich Lehrkraft!

Statement des Vorsitzenden des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz, zur Rede des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne zu TOP 14 a der Landtagssitzung am 11.09.2019:

 „Die Zahlen zu den Lehrereinstellungen in Niedersachen für das Schuljahr 2019/2020, die der Kultusminister dem Landtag in warmen Worten präsentiert hat, sind nicht mehr als verzweifelte Schönrederei. Es ist unstrittig, dass es einen erheblichen Mangel an Lehrkräften gibt. Dies ist ein bundesweites Phänomen, das bestimmte Mangelfächer und Schulformen besonders trifft.  Aber es leiden alle Schulformen unter diesem offensichtlichen Steuerungsversagen der letzten Jahre, was Unterrichtsausfall und Abordnungszahlen deutlich belegen. Es gab keine ausreichende Bereitstellung von Studienmöglichkeiten und auch die konkrete Berechnung der Schülerzahlen war fehlerhaft, wie aktuell die Bertelsmann-Studie untermauert hat.

Warnungen in diese Richtung und Forderungen zum Umsteuern haben wir wieder und wieder ausgesprochen, sie wurden von den Verantwortlichen schlicht ignoriert.  Daher ist es für uns nicht akzeptabel, dass noch immer so getan wird, als sei durch bloße Zahlenwerte abzuleiten, dass an unseren Gymnasien alles in Ordnung ist, wir gar einen Überhang bei Lehrer- und Unterrichtsversorgung hätten. Diese Ammenmärchen sind für unsere Lehrkräfte mittlerweile eine echte Provokation.

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„Einheitsschule klar gegen den Bürgerwillen“

Deutliche Mehrheit der Bevölkerung für mehrgliedriges Schulsystem

Im Ergebnis der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach* im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung für ein gegliedertes Schulsystem mit dem Gymnasium und einer Mischform aus Haupt- und Realschule nach der Grundschule aus. „Diese Befragung zeigt einmal mehr, dass das gegliederte Schulsystem von den Bürgen getragen wird und eine hohe Akzeptanz genießt, was auch der weiterhin steigende Zuspruch zu den Gymnasien untermauert“, erklärt Host Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen.

Die Ablehnung der Gemeinschaftsschule ziehe sich nach dem Bericht von Thomas Petersen vom Institut Allensbach durch fast alle sozialen Schichten, alle Altersgruppen, Frauen und Männer, Ost- wie Westdeutsche mit unterschiedlicher Schulbildung und mit verschiedenen Einkommen. Eine Beschulung der Schüler in einer Gemeinschaftsschule, in der die Schüler unabhängig von ihrem Leistungsniveau unterrichtet werden, werde klar abgelehnt. Stattdessen werde ein nach Leistung differenziertes mehrgliedriges Schulsystem, in dem auch die Förderschule neben den anderen Schulformen ihren regulären Platz hat, von 63 Prozent aller Befragten befürwortet.

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Lehrermangel bleibt zentrales Problem im neuen Schuljahr

Neue Programme dürfen nicht verhindern, dass offene Baustellen endlich geschlossen werden

Vor einer Schulpolitik im Schneckentempo warnt der Philologenverband Niedersachsen angesichts der zum Schuljahresbeginn vom Kultusminister veröffentlichten aktuellen Daten und Fakten. „An der Situation hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr erneut fast nichts geändert. Es bleibt dabei, dass der Lehrermangel auch im neuen Schuljahr ein zentrales Problem darstellt und weiterhin eine problematische Unterrichtssituation mit Unterrichtskürzungen und Stundenausfall, hohen Abordnungszahlen und schlechten Lern- und Arbeitsbedingungen an den niedersächsischen Schulen vorherrscht“, kritisiert der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz.

Von der im letzten Jahr angekündigten Entspannung bei Lehrereinstellungen und Abordnungen durch das Kultusministerium sei kaum etwas geblieben: Die Einstellung von 1710 neuen Lehrkräften reiche bei weitem nicht aus, um den Bedarf so zu decken, dass überall zumindest der Pflichtunterricht stattfinden könne. Die vom Verband seit Jahren kritisierte mangelhafte Vergleichbarkeit der Unterrichtsversorgung verschiedener Schulformen wurde statistisch weiterhin nicht korrekt angepasst, so dass die neuen angeblichen Erfolgszahlen weiterhin kaum Aussagekraft besitzen. Darüber hinaus führe die bleibende chaotische Abordnungspraxis des Landes zu weiterer Unsicherheit für Schulen, Lehrkräfte und Schüler. „Wir weisen nochmals darauf hin, dass für das kommende Schuljahr 2020/21 mit G9 weitere 1250 Lehrerstellen allein an den Gymnasien benötigt werden, denen in diesem Jahr nur 255 Einstellungen gegenüberstehen“, so Audritz. Hier gebe es vom Kultusministerium noch immer keine konkrete Bedarfsplanung.

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Philologenverband fordert konkrete Bedarfsplanung bei Lehrer- und Unterrichtsversorgung

Der Philologenverband Niedersachsen zeigt sich erfreut, dass seine langjährige Forderung nach mehr Einstellungen an den Gymnasien insbesondere mit Blick auf das Schuljahr 2020/2021 breite Unterstützung findet:

„Bereits seit dem Beschluss zum Abitur nach 13 Jahren zurückzukehren, fordern wir das Kultusministerium dazu auf, dass für diesen Schritt zu G9 deutlich mehr Lehrkräfte an unseren niedersächsischen Gymnasien eingestellt werden müssen. Wir haben dadurch erreicht, dass in den letzten Jahren Gymnasiallehrkräfte über den Bedarf eingestellt wurden“, erklärt Verbandsvorsitzender Horst Audritz. 

Allerdings sei dies vielfach nicht an den Gymnasien direkt geschehen und vor allem nicht in ausreichender Zahl. „Die aktuellen Einstellungszahlen von 180 Lehrerinnen und Lehrern für die Gymnasien im 1. Halbjahr des Schuljahres 2019/2020 reichen bei weitem nicht aus, den absehbar benötigten Bedarf von 1250 Lehrkräften zu decken. Wir brauchen eine entsprechende Einstellungspraxis auf Vorrat direkt an den Gymnasien “, stellt Audritz klar.

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Zugesagte Altersermäßigung für Lehrkräfte sofort

Rot-Schwarz muss endlich Gestaltungswillen zeigen

„Die Große Koalition in Niedersachsen muss in ihren aktuellen Haushaltsberatungen endlich ihr Wort halten und eine angemessene Altersermäßigung für Lehrkräfte, wie sie auch in anderen Bundesländern gang und gäbe ist, einführen. Die Kritik des Landesrechnungshofes an der hohen Zahl von Frühpensionierungen insbesondere bei den Lehrkräften hat noch einmal die schwierige Lage untermauert: Viele ältere Kolleginnen und Kollegen gehen unter Verzicht auf Pensionsansprüche vorzeitig in den Ruhestand, weil ihnen andere Möglichkeiten verwehrt bleiben. Angesichts der angespannten Situation bei den Stellenbesetzungen in Niedersachsen ist das Hinauszögern der bereits zugesagten Altersermäßigung ab 55 Jahren nicht nachzuvollziehen“, appelliert Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen. Bayern zeige wie es geht, dort werden bis zu drei Stunden Altersermäßigung gewährt.

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Abordnungschaos statt Planungen mit Weitblick

Zu den Aussagen des Kultusministers auf eine Landtagsanfrage (Drucksache 18/3973) zu Stellenbesetzungen, Unterrichtsversorgung und Mehrarbeit, äußert sich der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, wie folgt:


„Erneut erleben wir, dass das Kultusministerium keine Antworten auf die zentralen Fragen der Schulpolitik geben kann. Seit Jahren wird beklagt, dass Lehrer an bestimmten Schulformen fehlen. Seit Jahren ist bekannt, dass über alle Schulformen hinweg massiv Unterricht ausfällt.
Ebenso wird seit Jahren behauptet, die Gymnasien seien in diesen Punkten weniger massiv betroffen. Diese Aussage ist allerdings seit jeher falsch, da die statistischen Werte nichts über die reale Unterrichtsversorgung aussagen. Es wird vom Kultusministerium suggeriert, dass an den Gymnasien ausreichend Unterricht stattfindet, es genug Lehrkräfte auch bei den kommenden Einstellungsrunden gibt und diese dann auch weiterhin an anderen Schulen einspringen könnten. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus.

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Mathematikabitur darf niedersächsische Schülerinnen und Schüler nicht benachteiligen

Vergleichbarkeit des Abiturs ist nicht gegeben
Ausstieg aus dem Aufgabenpool, bis Vergleichbarkeit gesichert ist


Der Kultusminister hat heute entschieden, dass die Abiturbewertung im Fach Mathematik in Niedersachsen unverändert bleibt. Obwohl sich der Notendurchschnitt im Vergleich zu 2018 mit -0,4 Notenpunkten nur geringfügig verschlechtert hat, bleibt Diskussionsbedarf. Das Desaster um die Bewertung des diesjährigen Mathematikabiturs in einigen Bundesländern unterstreicht erneut die Notwendigkeit, den länderübergreifenden Aufgabenpool auf den Prüfstand zu stel-len. Hierzu erklärt der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen:

„Es ist kaum zu glauben, wie es zum wiederholten Male zu einer missglückten Aufgabenstellung im Mathematikabitur kommen konnte. Nach Meinung vieler Fachleute seien die Aufgaben zwar lösbar gewesen, aber mit konstruierten Textzusammenhängen überfrachtet, nicht eindeutig formuliert und vor allem dadurch in der vorgegebenen Zeit auch für leistungsstarke Schülerin-nen und Schüler kaum lösbar gewesen. Die Normierung der Aufgaben und ihrer Bewertung durch einen Aufgabenpool des Instituts für Qualitätsentwicklung in Berlin ist im Fach Mathematik offensichtlich gescheitert. Die Vergleichbarkeit des Abiturs ist so mehr Schein als Sein."

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Überstundenschutz gilt auch für Lehrerinnen und Lehrer

EuGH bestätigt Forderung nach Arbeitszeiterhebung

Das Arbeitszeiturteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) bringt neue Bewegung in die vom Philologenverband Niedersachsen seit langem geforderte überprüfbare Erhebung von Arbeitszeiten der niedersächsischen Lehrkräfte. „Die bislang bekannten Aussagen des EuGH lassen darauf schließen, dass durch die Maßgabe einer grundsätzlichen Erhebung von Wochenarbeitszeit und Überstunden endlich auch für unsere Lehrerinnen und Lehrer ein fundierter objektiver Nachweis ihrer tatsächlichen Belastung geführt werden kann. Die bisherige Weigerung des Landes, Arbeitszeitdaten zu erheben, wird unter diesen neuen Voraussetzungen nicht haltbar sein“, erklärt Horst Audritz, Landesvorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen.

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PHVN fordert Weihnachtsgeld als klares Signal an Landesbeamte

Fortgesetzt kurzsichtige Sparmaßnahmen verschärfen Lehrermangel und schlechte Unterrichtsversorgung


Zur Ablehnung einer besseren Besoldung der niedersächsischen Beamten aufgrund schrumpfender Steuereinnahmen äußert sich der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, wie folgt:

„Die Äußerungen von Finanzminister Hilbers zu den aktuell geschätzten Steuerfehlbeträgen und die damit verbundene Absage an eine Verbesserung der Beamtenbesoldung lassen für die Zukunft Schlimmes befürchten. Nicht nur, dass die niedersächsischen Beamten seit Jahren von den allgemeinen Einkommensentwicklungen abgekoppelt waren und die Sonderzuwendungen ersatzlos gestrichen wurden, nun drohen die Einsparungen auf dem Rücken der Landesbeamten endgültig zementiert zu werden.

Es ist geradezu paradox, dass im niedersächsischen Finanzministerium seit Jahren – egal unter welchem Minister – Sparpotential offenbar nur beim eigenen Personal ausgemacht wird bei gleichzeitigen Klagen über fehlende Fachkräfte. Wenn das Land Niedersachsen sich als Arbeitgeber im Vergleich der Bundesländer nicht weiter ins Abseits manövrieren will, muss trotz angespannter Haushaltslage das Steuer zugunsten attraktiver Arbeitsbedingungen endlich herumgerissen werden.

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