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Statement des PHVN zur Inklusionskritik der IGS-Schulleiter Hannover

Statement des Vorsitzenden des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz, anlässlich des öffentlichen Hilferufs der IGS-Schulleiter in Hannover zur Überforderung durch die Inklusion:

„Mit ihrer Kritik an der bisherigen Ausgestaltung der Inklusion an allen Schulformen legen die Integrierten Gesamtschulen Hannovers einmal mehr den Finger in die Wunde gravierender Inklusionsmängel. Die Inklusion wird einseitig auf die Lehrkräfte abgeladen, ohne hinreichende Unterstützungsleistungen wie beispielsweise durch Schulbegleiter oder Förderschullehrer, zu gewähren. Dies alles führt dazu, dass der Unterricht an den Schulen einer individuellen Förderung sowohl leistungsschwacher als auch leistungsstarker Schüler nicht mehr gerecht werden kann. Das gilt insbesondere für die Grundschulen, die die größte Zahl von Inklusionsschülern aller Schulformen haben.

Im Übrigen bringen die Anmeldezahlen der Schüler an den einzelnen Schulen in erster Linie den Elternwillen klar zum Ausdruck. Die Eltern nutzen verantwortungsvoll ihre Freiheit, zum Wohl ihrer Kinder zu entscheiden. Somit wird klar, dass es sich hierbei nicht allein um ein Problem der Verteilungsquote zwischen den Schulformen handelt, sondern in der unzureichenden Ausstattung der Schulen begründet liegt.
Der hier veröffentlichte Hilferuf bestätigt uns in unserer Kritik an der bisherigen Umsetzung der Inklusion an niedersächsischen Schulen, die nicht vom Kindeswohl her gedacht ist, sondern als Schnellschuss unkritischer Inklusionsideologen.“


Hannover, 18. Februar 2019

Positionen des PHVN zum Thema Inklusion:

Beschluss: Positionspapier Philologentag 2016
Pressemeldung: Philologenverband fordert Orientierung am Kindeswohl (07/2018)
Pressemeldung: Inklusionsbericht des Landesrechnungshofes realitätsfremd und unseriös (06/2018)