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Fehlende Haltung bei Durchsetzung der Schulpflicht ist fatales Signal

Einen konsequenteren Umgang mit den seit Wochen laufenden „Fridays for future“-Protesten fordert der Philologenverband Niedersachsen mit Blick auf die am Freitag (15. März) rund um die Welt als konzertierte Aktion für den Klimaschutz stattfinden Proteste ein. „Der Klimaschutz ist wichtig und braucht zweifelsfrei mehr Aufmerksamkeit von uns allen. Dies darf aber nicht über dauerhaft regelwidriges Verhalten wie dem Schulschwänzen erreicht werden“,  erklärt der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz.

Es sei bemerkenswert, dass das Thema Schulpflichtverletzung sowohl vom niedersächsischen Kultusministerium als auch dem Ministerpräsidenten bis hin zur Bundeskanzlerin kulant zu Seite gewischt würde. „Wir gewinnen hier immer mehr den Eindruck, dass die Umsetzung geltender Bestimmungen als unliebsames Thema auf unsere Lehrkräfte abgewälzt wird, da die politischen Verantwortungsträger auf der Sympathie-Welle der medialen Öffentlichkeit mitsurfen wollen“, so Audritz. Den Eindruck zu erwecken, dass bei politisch genehmem Engagement die Schulpflicht nicht so wichtig sei, sende ein fatales Signal an die Schülerinnen und Schüler.

Aktuell gehe es um das engagierte Eintreten für das Klima, die Kritik am bisherigen Stellenwert dieses Themas in der Weltpolitik habe zweifelsfrei ihre Berechtigung. Was aber, wenn neue Themen von den Schülern auf die Agenda gesetzt werden und auch hier die Unterrichtszeit zur Streikzeit werde? „Es liegt an uns, den Schülern klar zu machen, dass ihr Engagement nicht zu Lasten ihrer eigenen Bildung gehen darf und das Schwänzen aus Kalkül das eigentliche Ziel ihrer Proteste langfristig überlagert“, erläutert der Vorsitzende. Ganz allgemein müsse gelten, dass Schule ein Ort der Meinungsbildung sei und nicht der Politisierung und des Konfliktaustragens.

 

Die Auffassung, ein großzügiges Ignorieren der Schulpflicht durch die Verantwortlichen sei das, was die Jugendlichen weiterbringe, könne als klassischer Fehlschluss gewertet werden. Wenn Haltung für den Klimaschutz eingefordert werde, dann müsse Haltung auch für die Schulpflicht gelten. „Der eigentliche Appell der Proteste lautet doch: ,Setzt euch durch, seid Vorbilder!‘ Genau aus diesem Grund müssen wir für die Schulpflicht dezidiert eintreten und klarmachen, dass gesellschaftliches Engagement seinen Platz in der schulfreien Zeit haben muss“, fordert Audritz abschließend.


Hannover, 14. März 2019

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