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Abordnungschaos statt Planungen mit Weitblick

Zu den Aussagen des Kultusministers auf eine Landtagsanfrage (Drucksache 18/3973) zu Stellenbesetzungen, Unterrichtsversorgung und Mehrarbeit, äußert sich der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, wie folgt:


„Erneut erleben wir, dass das Kultusministerium keine Antworten auf die zentralen Fragen der Schulpolitik geben kann. Seit Jahren wird beklagt, dass Lehrer an bestimmten Schulformen fehlen. Seit Jahren ist bekannt, dass über alle Schulformen hinweg massiv Unterricht ausfällt.
Ebenso wird seit Jahren behauptet, die Gymnasien seien in diesen Punkten weniger massiv betroffen. Diese Aussage ist allerdings seit jeher falsch, da die statistischen Werte nichts über die reale Unterrichtsversorgung aussagen. Es wird vom Kultusministerium suggeriert, dass an den Gymnasien ausreichend Unterricht stattfindet, es genug Lehrkräfte auch bei den kommenden Einstellungsrunden gibt und diese dann auch weiterhin an anderen Schulen einspringen könnten. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus.

Im vergangenen Schulhalbjahr mussten die Gymnasien mit 12.024 abgeordneten Stunden allein 54 Prozent der schulformübergreifenden Abordnungen tragen. Die neuesten Meldungen aus unseren Kollegien zeigen, dass teilweise über 200 Stunden pro Schule abgeordnet werden sollen. Das bringt mehr als nur Unruhe, weil bis zu 40 Lehrkräfte betroffen sind. Es fehlen Lehrkräfte in Pflichtfächern und die Situation in den Mangelfächern wird unzumutbar verschärft. Die abgeordneten Lehrkräfte haben zum Teil enorme Pendelwege zu bewerkstelligen, werden oft fachfremd oder nicht sinnvoll eingesetzt. Es herrscht weiterhin schulformübergreifendes Abordnungschaos statt Planung mit Weitblick. Es reicht nicht aus, an runden Tischen zu sitzen, es muss mit Blick auf die Abordnungen auch endlich reiner Tisch gemacht werden!“


Hannover, 20. Juni 2019