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Zugesagte Altersermäßigung für Lehrkräfte sofort

Rot-Schwarz muss endlich Gestaltungswillen zeigen

„Die Große Koalition in Niedersachsen muss in ihren aktuellen Haushaltsberatungen endlich ihr Wort halten und eine angemessene Altersermäßigung für Lehrkräfte, wie sie auch in anderen Bundesländern gang und gäbe ist, einführen. Die Kritik des Landesrechnungshofes an der hohen Zahl von Frühpensionierungen insbesondere bei den Lehrkräften hat noch einmal die schwierige Lage untermauert: Viele ältere Kolleginnen und Kollegen gehen unter Verzicht auf Pensionsansprüche vorzeitig in den Ruhestand, weil ihnen andere Möglichkeiten verwehrt bleiben. Angesichts der angespannten Situation bei den Stellenbesetzungen in Niedersachsen ist das Hinauszögern der bereits zugesagten Altersermäßigung ab 55 Jahren nicht nachzuvollziehen“, appelliert Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen. Bayern zeige wie es geht, dort werden bis zu drei Stunden Altersermäßigung gewährt.

Es sei fast grotesk, dass fortlaufend mit fragwürdigen Mitteln wie massenhaften Abordnungen versucht werde, Löcher an den Schulen zu stopfen, wohingegen einfache und zielführende Mittel schnell für zusätzliche Entlastung sorgen könnten. „Das Einlösen gemachter Zusagen hätte im Falle der Altersermäßigung darüber hinaus noch einen zusätzlichen Leuchtturmeffekt, da hier die lange vermisste Wertschätzung der niedersächsischen Lehrkräfte zum Ausdruck käme. Auf diese Weise würde der Kultusminister seine Imagekampagne wirksam anstoßen können“, so Audritz weiter. Weitere wertschätzende Maßnahmen wie beispielsweise Sonderzuwendungen oder Arbeitszeitentlastungen müssten aber folgen, um die Attraktivität des Lehrerberufes wieder deutlich zu steigern.

Nach nunmehr anderthalb Jahren im Amt schüre die erneute Beteuerung des Kultusministers, man wisse um die Probleme der Lehrkräfte und Schulen, müsse aber Schritt-für-Schritt-Strategien fahren, da nicht alles auf einmal umzusetzen sei, nur weiteren Unmut. Die Lehrkräfte erwarten keine Wunder und seien sich bewusst, dass nicht alle Probleme direkt aus der Welt zu schaffen sind. „Dieses wortreiche Hinhalten, ohne dass aber überhaupt etwas geschieht, muss aber endlich beendet werden. Möglichkeiten und Wege gibt es, die Große Koalition sollte bei ihrer Haushaltsklausur nun auch den nötigen Gestaltungswillen zeigen“, fordert Audritz abschließend.

Hannover, 28. Juni 2019