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Philologenverband fordert konkrete Bedarfsplanung bei Lehrer- und Unterrichtsversorgung

Der Philologenverband Niedersachsen zeigt sich erfreut, dass seine langjährige Forderung nach mehr Einstellungen an den Gymnasien insbesondere mit Blick auf das Schuljahr 2020/2021 breite Unterstützung findet:

„Bereits seit dem Beschluss zum Abitur nach 13 Jahren zurückzukehren, fordern wir das Kultusministerium dazu auf, dass für diesen Schritt zu G9 deutlich mehr Lehrkräfte an unseren niedersächsischen Gymnasien eingestellt werden müssen. Wir haben dadurch erreicht, dass in den letzten Jahren Gymnasiallehrkräfte über den Bedarf eingestellt wurden“, erklärt Verbandsvorsitzender Horst Audritz. 

Allerdings sei dies vielfach nicht an den Gymnasien direkt geschehen und vor allem nicht in ausreichender Zahl. „Die aktuellen Einstellungszahlen von 180 Lehrerinnen und Lehrern für die Gymnasien im 1. Halbjahr des Schuljahres 2019/2020 reichen bei weitem nicht aus, den absehbar benötigten Bedarf von 1250 Lehrkräften zu decken. Wir brauchen eine entsprechende Einstellungspraxis auf Vorrat direkt an den Gymnasien “, stellt Audritz klar.

Die bisherigen Versuche, Gymnasiallehrkräfte an anderen Schulformen einzustellen, um sie dann zu gegebener Zeit an die Gymnasien zu versetzen oder rückabzuordnen, sei für das gesamte Schulsystem fahrlässig, da die abgebende Schulform immer das Nachsehen habe. „An diesem Beispiel wird einmal mehr deutlich, wie kurzsichtig die Abordnungs- und Einstellungspolitik des Kultusministeriums ist. Die offensichtliche Lücke bei den Einstellungen wird doch nicht gestopft, wenn die Lehrkräfte wie Schachfiguren zwischen den Schulformen verschoben werden“, kritisiert Audritz.

Im Juni-Plenum des Niedersächsischen Landtags sei auch Kultusminister Tonne zur Erkenntnis gelangt, dass es an Schulen, die von G8 auf G9 umstellen, „zum Schuljahr 2020/2021 zu einem sprunghaften Anstieg der Schülerzahl und damit zu einem ,Einstellungspeak‘“ komme. Seine Schlussfolgerung, Niedersachsen sei darauf vorbereitet, sei aber nach vorliegenden Zahlen mehr als fraglich. „Daher wiederholen wir nochmals unsere klare Forderung,  für die an anderen Schulformen eingestellten Gymnasiallehrkräfte zeitnah klare Voraussetzungen zu schaffen, unter denen sie ab dem 01.08.2020 an ein Gymnasium versetzt werden können“, so Audritz.  Außerdem sei es enorm wichtig, endlich eine konkrete Bedarfsplanung  für die Lehrer- und Unterrichtsversorgung über alle Schulformen hinweg zu erstellen, die eine ausreichende Unterrichtsversorgung langfristig gewährleiste und notwendige Entlastungen der Lehrkräfte berücksichtige.

Hannover, 26. Juli 2019