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Statement des PHVN zu Unterrichtsversorgung und Einstellungsperspektiven

Zu den aktuellen Aussagen des Minister über die Perspektiven zukünftiger Gymnasiallehrer sowie den aktuellen Prognose-Daten für die Unterrichtsversorgung an allgemein bildenden Schulen, die das Kultusministerium in der Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion herausgegeben hat, äußert sich der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, wie folgt:

„Die vorliegenden umfassenden Daten und die anwenderfreundliche Kartendarstellung bestätigen einmal mehr das, was wir seit Jahren vortragen. Die Unterrichtsversorgung ist bei weitem nicht so rosig, wie vom Kultusminister vorgegeben. Noch immer gibt es keine aussagekräftige Statistik, die alle tatsächlichen Bedarfe nach Schulform ausweist. Für die Erfüllung des Pflichtunterrichts benötigen unsere Gymnasien eine Versorgung von mindestens 110 Prozent, damit kein Unterricht ausfällt. Der Minister spielt bewusst mit der Erwartung in der Bevölkerung, dass 100 Prozent eine volle Deckung von Unterricht an den Gymnasien bedeuten. Für unsere Lehrerinnen und Lehrer an den entsprechenden Schulen, die darüber hinaus seit Jahren mit Abordnungsszenarien weit über die Grenzen einer funktionierenden Schulgemeinschaft hinaus konfrontiert sind, ist dies jedes Mal wieder eine nicht nachzuvollziehende und nicht hinnehmbare Falschdarstellung.

Wir benötigen perspektivisch einen Einstellungskorridor in allen Fächern, damit ein Lehrermangel, wie derzeit zu beobachten, erst gar nicht entsteht. Es ist eher als Demotivationskampagne zu bezeichnen, wenn der Minister nahezu im selben Satz mit der Klage darüber, dass es zu wenig Lehrer auf dem Markt gebe, erklärt, die Lehramtsstudenten für das Gymnasium würden es in Zukunft schwer haben, eine Stelle zu finden.

Mit seinen Aussagen befeuert Minister Tonne einen Kreislauf, der wirtschaftswissenschaftlich „Schweinezyklus“ genannt wird. Uns droht damit in ein paar Jahren, dass die jetzt ausreichend mit Bewerbern versorgten Schulfächer zu Mangelfächern werden. Hier muss endlich eine schonungslose Bedarfsanalyse vorgenommen werden und danach umgehend gehandelt werden. Das ist die beste Imagekampagne, die der Minister betreiben kann.“